Abschiedsgeschenk für Kollegen: Ideen nach Anlass und Budget

Kurz gesagt

Was schenkt man einem Kollegen zum Abschied?

Etwas, das zum Grund des Abschieds passt. Wer in Rente geht, freut sich über einen Rückblick, wer die Stelle wechselt, eher über etwas für den Neuanfang. Am häufigsten wird im Team gesammelt und daraus ein größeres Geschenk gemacht, oft ein Erlebnis oder ein Gutschein. Was fast immer besser ankommt als der Gegenstand selbst: etwas Persönliches vom ganzen Team, an dem auch die mitwirken konnten, die an dem Tag nicht im Haus waren.

Jemand geht, mit dem man jahrelang jeden Tag zu tun hatte. Zwei Wochen vorher fällt es jemandem ein, dann kreist eine Liste durchs Büro, und am Ende steht ein Gutschein auf dem Tisch, den niemand richtig gemeint hat.

Das lässt sich vermeiden, und zwar nicht mit einer längeren Produktliste, sondern mit zwei Fragen: Warum geht die Person, und wer organisiert das?

Der Grund bestimmt das Geschenk

Das ist der Unterschied zwischen einem Geschenk, das ankommt, und einem, das höflich weggelächelt wird. Ein Rückblick auf zwanzig Jahre ist für jemanden, der zur Konkurrenz wechselt, unangenehm. Umgekehrt wirkt ein Aufbruchsgeschenk bei einem Renteneintritt, als wolle man jemanden loswerden.

Warum jemand geht Was passt Was danebengeht
Ruhestand Rückblick, gesammelte Erinnerungen, etwas fürs neue Hobby Witze über Alter, Rollator, „endlich Zeit“
Neue Stelle etwas für den Neuanfang, ein guter Wunsch, Kontakt halten alles, was nach Wehmut oder Vorwurf klingt
Elternzeit etwas für die Zeit danach, nicht nur fürs Baby ausschließlich Babysachen, davon kommt genug
Umzug in eine andere Stadt etwas aus der alten Heimat, das dort fehlen wird Sperriges, das in den Umzugswagen muss
Kündigung nach Konflikt klein, aufrichtig, ohne große Bühne eine Feier vor versammelter Mannschaft
Befristung läuft aus etwas, das Wertschätzung ausdrückt, ohne zu trösten Anspielungen auf die Vertragslage

Sammelaktion: wer, wie viel, und was mit dem Rest

An dieser Stelle scheitern die meisten Abschiedsgeschenke, nicht an der Idee. Vier Dinge vorher klären, dann läuft es.

Eine Person organisiert, nicht das Team

Sammelaktionen ohne klare Zuständigkeit versanden. Eine Person sammelt ein, kauft und übergibt. Alle anderen zahlen und unterschreiben.

Einen Betrag nennen, keine Spanne

„Wer mag, gibt was“ führt zu Beträgen zwischen zwei und fünfzig Euro und zu schlechtem Gewissen auf beiden Seiten. Ein genannter Richtwert, von dem man abweichen darf, löst das.

Teilzeit und Azubis mitdenken

Ein Betrag, der für alle selbstverständlich ist, liegt niedriger, als die Vollzeitkräfte denken. Lieber niedrig ansetzen und aufstocken lassen.

Vorher sagen, was mit dem Rest passiert

Bleibt Geld übrig, kommt es in den Umschlag, nicht in die Kaffeekasse. Wer das vorher sagt, muss es hinterher nicht erklären.

Zwölf Ideen nach Preisrahmen

Von klein nach groß. Die ersten vier funktionieren auch ohne Sammelaktion, wenn du allein etwas schenken willst.

  1. Eine Karte, die wirklich alle unterschreiben

    unter 50 €Vorlauf: eine Woche

    Klingt banal, ist aber das, was am häufigsten aufgehoben wird. Der Unterschied liegt in der Ausführung: kein „Alles Gute“ von zwanzig Leuten, sondern eine konkrete Frage auf der Karte, die jeder beantwortet. Etwa: Woran werde ich dich erinnern?

  2. Ein gemeinsames Frühstück am letzten Tag

    unter 50 €Aufwand: gering

    Nicht der Abschiedskuchen, den die Person selbst mitbringt, sondern einer, den das Team organisiert. Ein umgedrehter Ablauf, der überraschend viel Wirkung hat.

  3. Etwas aus der alten Heimat

    unter 50 €passt bei Umzug

    Regionale Spezialitäten, das Lokalbier, etwas aus der Stadt, in der die Person jahrelang gearbeitet hat. Funktioniert nur bei einem Umzug, dort aber sehr gut.

  4. Eine Pflanze für den neuen Schreibtisch

    unter 50 €nicht bei Ruhestand

    Klein, praktisch, und sie steht im neuen Büro als Erinnerung an das alte. Bei einem Renteneintritt eher etwas für den Garten oder den Balkon.

  5. Ein Fotobuch aus dem Arbeitsalltag

    50 bis 150 €Aufwand: hoch

    Bilder von Betriebsfeiern, Projekten, dem Schreibtisch, dem Team. Der Aufwand liegt im Sammeln, und der ist der eigentliche Wert. Bei langjährigen Kollegen das stärkste Geschenk überhaupt.

  6. Ein Buch mit Widmungen aller Kollegen

    50 bis 150 €Vorlauf: zwei Wochen

    Ein schönes Notizbuch, das heimlich durchs Haus geht. Jeder schreibt eine Seite. Wichtig ist eine Frage auf der ersten Seite, sonst steht überall dasselbe.

  7. Die Stimmen des ganzen Teams

    50 bis 150 €steht mehrere Tagerechtzeitig reservieren

    Ein umgebautes Telefon steht im Büro, und jeder spricht eine Nachricht auf. Die Person bekommt am letzten Tag alle Aufnahmen. Der Vorteil gegenüber der Karte: Auch die, die ungern schreiben, sagen etwas, und man hört, wie sie es sagen.

    Bei einer Verabschiedung stimmt dabei etwas, das sonst nie stimmt. Das Telefon muss nicht an einem Abend funktionieren, sondern kann eine ganze Woche in der Teeküche stehen. Wer im Homeoffice ist, spricht am Dienstag drauf, wenn er ohnehin da ist. Die Spätschicht macht es nachts. Der Kollege vom anderen Standort beim nächsten Besuch. Und niemand muss sich vor versammelter Mannschaft äußern, was im Job der entscheidende Unterschied ist.

    Weder die Karte noch ein Sammelvideo bekommen das hin: Die Karte erwischt nur, wer gerade am Platz sitzt, und beim Video muss jemand hinterhertelefonieren. Wir vermieten die Geräte, mehr dazu auf der Seite Audio Gästebuch für die Firmenfeier.

  8. Ein Videogruß der Kollegen

    kostenlos bis 50 €Aufwand: hoch

    Jeder nimmt dreißig Sekunden mit dem Handy auf, jemand schneidet zusammen. Besonders gut, wenn Kollegen aus anderen Standorten dabei sind, die nicht zur Verabschiedung kommen.

  9. Etwas fürs neue Hobby

    50 bis 150 €Recherche nötig

    Beim Renteneintritt die naheliegende Wahl, und genau deshalb wird sie oft schlecht gemacht. Wer angeln will, braucht kein Angelset vom Discounter, sondern einen Gutschein beim Fachhandel vor Ort.

  10. Ein Erlebnis mit Termin

    50 bis 150 €Termin abstimmen

    Kochkurs, Konzert, Kurztrip. Der Unterschied zwischen einem Gutschein und einem Erlebnis liegt darin, ob ein Termin dabeisteht. Ohne Termin liegt der Gutschein zwei Jahre in der Schublade.

  11. Eine Spende im Namen der Person

    frei wählbarvorher zuhören

    Passt, wenn jemand ein Thema hat, das ihm wirklich wichtig ist, und wenn ihr das sicher wisst. Als Notlösung, weil euch nichts eingefallen ist, merkt man es sofort.

  12. Das große Sammelgeschenk

    über 150 €ganzes Team

    Eine Reise, ein hochwertiges Einzelstück, ein Wochenende. Nur sinnvoll, wenn wirklich alle mitmachen und eine Person die Organisation übernimmt. Sonst wird es teuer und trotzdem unpersönlich.

Wertgrenzen bei Vorgesetzten

Bei Geschenken an Vorgesetzte, im öffentlichen Dienst und in vielen größeren Unternehmen gelten interne Regeln zu Wertgrenzen und Annahme von Geschenken. Gemeint sind damit eigentlich Zuwendungen von außen, aber manche Compliance-Vorgaben erfassen auch Interne. Bevor ihr für den Chef sammelt, lohnt ein Blick in die Hausregeln oder eine kurze Nachfrage in der Personalabteilung. Das ist keine Rechtsberatung, sondern eine praktische Vorsichtsmaßnahme.

In der Praxis löst man es meist so: Das Geschenk kommt sichtbar vom ganzen Team, bleibt im moderaten Rahmen und ist eher ideell als materiell. Damit steht niemand in einer schiefen Lage.

Was man besser nicht schenkt

Sechs Klassiker, die regelmäßig danebengehen

  • Alles mit dem Firmenlogo. Die Tasse der Firma, die man gerade verlässt, ist kein Abschiedsgeschenk, sondern Werbematerial.
  • Altersscherze zum Ruhestand. Rollator, Hörgerät, „endlich ausschlafen“. Der Witz ist alt und trifft oft empfindlicher, als er soll.
  • Insider, die im neuen Umfeld nichts bedeuten. Ein gerahmter Witz aus dem Projekt von 2019 versteht außerhalb des Teams niemand mehr.
  • Alkohol, ohne es zu wissen. Der gute Whisky ist ein Volltreffer oder ein Fehlgriff, und man erfährt es nie.
  • Etwas Teures von einer einzelnen Person. Bringt die beschenkte Person in eine unangenehme Lage, besonders gegenüber Vorgesetzten.
  • Ein Gutschein ohne Karte. Der Umschlag allein sagt: Uns ist nichts eingefallen. Zwei handgeschriebene Sätze ändern das komplett.

Häufige Fragen

Noch offen

Wie viel gibt man bei einer Sammelaktion im Büro?

Wer sammelt, sollte einen Richtwert nennen, von dem jeder nach oben und unten abweichen darf. Der Wert orientiert sich am niedrigsten Gehalt im Team, nicht am höchsten. Sonst wird die Aktion für einen Teil der Kollegen unangenehm, und genau das merkt man am Ende auch am Ergebnis.

Was schenkt man einem Kollegen, den man kaum kennt?

Beteilige dich an der Sammelaktion und schreib zwei ehrliche Sätze auf die Karte. Etwas Eigenes zu schenken, wenn man sich kaum kennt, wirkt bemüht. Ein konkreter Satz über eine Zusammenarbeit ist mehr wert als ein Gegenstand.

Was schenkt man zum Renteneintritt?

Etwas, das den Rückblick würdigt, und etwas für die Zeit danach. Ein Fotobuch aus dem Arbeitsalltag deckt das Erste ab, ein Gutschein fürs Hobby das Zweite. Vermeide alles, was auf Alter oder Untätigkeit anspielt, auch wenn es lustig gemeint ist.

Schenkt man etwas, wenn jemand zur Konkurrenz wechselt?

Ja, und zwar genauso wie sonst. Der Wechsel ist eine berufliche Entscheidung und kein Vertrauensbruch. Was hier nicht passt, sind Rückblicke und Wehmut. Ein guter Wunsch für den Neuanfang trifft den Ton.

Wer übergibt das Geschenk?

Am besten die Person, die gesammelt hat, nicht automatisch die Führungskraft. Wenn die Chefin übergibt, wird daraus ein offizieller Akt. Wenn ein Kollege übergibt, bleibt es das, was es sein soll.

Was schreibt man auf die Abschiedskarte?

Etwas Konkretes aus der Zusammenarbeit statt einer Formel. Eine Situation, in der die Person geholfen hat, eine Eigenschaft, die im Alltag aufgefallen ist. „Alles Gute für die Zukunft“ steht schon auf der Karte, und zwar zwanzigmal.

Weiterführend

Passend dazu

Für den letzten Tag

Zwanzig Stimmen statt zwanzig Unterschriften

Ein Telefon steht ein paar Tage im Büro, jeder spricht eine Nachricht auf. Auch die, die ungern schreiben.

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